Menschen sind
wahre Bäume.
Sie sind aufrecht,
sie verbinden
den Himmel
mit der Erde.
Sie sind stark,
gut verästelt
und haben unglaublich
viele Blätter.
So viele, dass
sie jeden Tag
Dutzende davon
verlieren oder verschenken und werden dennoch nicht kleiner. Einige fallen mir
aufs Gesicht und bleiben hängen – für Stunden oder vielleicht
auch für Jahrzehnte.
Auf jedem dieser Laubblätter ist der ganze großartige Menschbaum aufgezeichnet,
das entdecke ich jedes Mal, wenn ich genau hinschaue, wenn ich das Blatt und nicht
meine Vorstellung von ihm sehe, wenn ich mich selbst überblättere. So
verschrumpft und vertrocknet das kleine Hologramm auch sein mag, es enthält
all die mehrdimensionalen, es hervorgebrachten Äste, seinen mächtigen
Baumstamm und seine unsichtbaren Wurzeln, bis auf die feinsten. Ja, Blätter
sind ganze Menschen, wahrlich.
Es liegt Menschenlaub in meiner Seele – und riecht nach flüchtigem
Leben und ewigem Vergehen. Nach Unauslöschlichem im Vergänglichen riecht
es. Und nach Zeit, nach Zeit.